Philipp Valenta – das alles und noch viel mehr

„Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“ 
(Mt 2, 2) .

In der Scheune der Kunst bringt Philipp Valenta seine wertvollen Geschenke dar. Es glitzert und glänzt, wenn er zum Betrachten lädt. Ob Gold, Gewürze, Edelstein, Nagellack oder Moneten – dem Altar der Kunst bietet der Künstler zahlreiche Kostbarkeiten an.
Er huldigt und verschuldigt sich. Anders als die demütigen Gläubigen konstruiert Philipp Valenta einen Selbstzweck in seinen künstlerischen Aktivitäten. Er schaut nicht nur auf, sondern sucht im Kunstkontext den Moment, an dem das Bling-Bling Fragen an den Betrachter stellt. Fragen über die Machtverhältnisse, in denen Glanz und Gloria erst entstehen können und Fragen an unser Streben in dieser Gesellschaft, die aus Verlierern, Emporkömmlingen und Gewinnern besteht.

In seinem Tun spricht Valenta den Pendanten, den Pinkel und den Snob in uns an. Personae, welche ihre Stellung in unserer Ordnung anhand von Materialität zementieren. Der so hart erarbeitete Deckmantel der Zivilisation wird immer wieder hochgeschoben, um den Blick auf einen Alltag des Fressen oder- Gefressenwerdens freizugeben. Anders als Reisers „König von Deutschland“ stellt sich Philipp Valenta nicht nur vor wie es wäre, wenn…, sondern macht all das und noch viel mehr. 
Ohne Konjunktiv oder Bescheidenheit begeht er die Sünden von Völlerei, Gier und Hochmut – und all dies im Namen der Kunst. Er bringt uns Gaben. Herrschaftliche Geschenke, die sinnlich Zeichen zu Glanz und Gloria unserer Gegenwart setzen sollen. 

Philipp Valenta frönt offen der Gier.
Warum sollte er auch nicht? Er deutet doch nur die Sterne der Gegenwart…

 

Tabea Lenk, Diplom-Künstlerin

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